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De Ronde 2008 = 5 x Francois in Flandern
Auch in diesem Jahr hatte der Klassiker-Altmeister Olli „Francois“ Rom die Ehre, die Rennsaison der Lahmen Hufen zu eröffnen und die ersten Pro-Tour Punkte einzufahren.
Die Vorfreude war in diesem Jahr besonders hoch, prognostizierte wetteronline doch Regen und Kälte für die diesjährige Auflage der Ronde van Vlaanderen!
Bei absoluten Klassikerbedingungen machte sich Francois am frühen Samstag morgen im nagelneuen Teamfahrzeug auf den Weg zum Start nach Ninove.
Dauerregen, strammer Wind sowie Temperaturen um 6 Grad begleiteten die wild-entschlossenen Teilnehmer bereits auf dem Weg zur Einschreibung.
In diesem Jahr ohne Team-Unterstützung am Start, musste sich Francois ausschließlich auf seine Erfahrung und auf seine Streckenkenntnisse verlassen. Die Hoffnung war groß, dass die doch schwierigen Bedingungen auf dem rutschigen Kopfsteinpflaster („kasseien“) das Feld schnell zu seinen Gunsten selektieren würden.
Nach sehr zügigem Rennbeginn (sehr gut laufende Gruppe eines kämpferischen, flämischen Veteranentrupps) wartete nach rund 40km mit dem berüchtigten Molenberg der erste der insgesamt 15 „hellingen“. Hier wurde schnell klar, dass die übrigen Steigungen kein reines Vergnügen werden würden. Bereits im weniger steilen unteren Abschnitt hieß es für die ersten unerfahrenen Teilnehmer „absitzen“ und schieben. Francois pilotierte mit Erfahrung und etwas Glück unbeschadet den Molenberg hinauf und von da an lief das Rennen!
Mit einer beeindruckenden Performance auf der folgenden (ca. 3000m langen) Kopfsteinpassage, der „Paddestraat“, auf der Rom im letzten Jahr noch vergeblich um Anschluss an die Spitzengruppe kämpfte, wurden erste Verfolger abgeschüttelt.
Mittlerweile nass bis auf die Knochen fühlten alle Teilnehmer nun jenes berühmte flämische Radsport-Adrenalin, dass außerhalb dieses einzigartigen Landstriches nicht erfahren werden kann.
Weitere halsbrecherische Rutschpartien am Paterberg und am legendären Oude Kwaremont folgten. Auch hier ging es für Francois ohne größere Probleme hinauf. Lediglich am heiligen Koppenberg (bereits vom großen B. Hinault blasphemisch als „Zirkusnummer“ bezeichnet) hieß es auch für Rom schieben, da im Gedränge vor ihm mehrere Fahrer stürzten.
Spätestens hier war klar, dass das Profirennen am folgenden Sonntag unmöglich von einem Nicht-Flamen gewonnen werden konnte. Stijn Devolder (aktueller belgischer Meister vom Team Quick-Step Inneretic) konnte dieses in beeindruckender Manier für sich entscheiden.
Kuriosität am Rande: Der Asphalt des Berendries, einer weiteren Steigung, war auf seiner gesamten Länge (!) von supportern des mitunter doch recht eigenwilligen Frank Vandenbroucke mit dem Spruch: „VDB=TGV“ beschriftet.
Weitere Kopfsteinpflaster und diverse Hellingen später folgte die Muur.
Auch wenn nicht ganz so heftig wie ihr Ruf, ist es doch jedes Mal ein Ereignis hier hinauf zu fahren. Hier befinden sich die meisten Zuschauer und die Unterstützung für jeden Teilnehmer/jede Teilnehmerin der/die es bis hierhin geschafft hat ist grandios.
In diesem Jahr bot die Muur ein besonderes Schauspiel, da sie sich grau und wolkenverhangen, vom Dauerregen und Wind gezeichnet beinahe Unwirklich über Geraardsbergen erhob.
Der letzte helling, der Bosberg, wird traditionell in schierer Euphorie überflogen und Francois war sicher, auch seine fünfte Teilnahme in folge erfolgreich zu beenden.
An dieser Stelle ein Dank an die Firma CONTINENTAL, für fünf Jahre Flandernrundfahrt ohne einen einzigen defekten Reifen!
Nach der Zieldurchfahrt ging es nass, durchgefroren aber glücklich zum Mannschaftswagen und auf direktem Wege zur nächsten „Frittjes-Tankstelle“ zum Auffüllen der leergefahrenen Kohlehydratspeicher.
Es bleibt das alljährliche Vorhaben, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein und die Gewissheit der bisher besten Flandernrundfahrt…
Autor: Olli "Fancsois" Rom
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